4. Oktober – Was HEUTE geschah!

Heute: Um 6:45 aufgestanden und: Schnupfen. Toll! Na wenigstens scheint heute die Sonne! Wir proben in Wien – also fahre ich nach Lainz, wo wir in der Geriatrie unseren Proberaum haben. Passt gut für ein “Kindertheater”! Gestern ahben wir dort erst einmal an Bühenteilen aufgebaut was wir schon haben. Was nichts heißt. Denn ganz schnell kommt einer von uns auf eine super Idee und alles wird ganz anders. Dafür müssen wir dann offen sein. Ich war der erste. Gleich danach sind Eva Billisich (ich bleibe in der Folge dabei sie “Everl” oder “Evchen” oder einfach nur “Frau Regisseurin” zu nennen) und Corinna Pumm (Pummerl oder Pummin) erschienen. Erst Kaffeheferl von gestern waschen, Kaffe machen, sitzen, reden (zumeist über die Kinder in Amerika, Tulln, Südamerika und Kinder im Allgemeinen). Dann lesen wir den Text, streichen wild herum, kürzen, erfinden Neues, verwerfen es wieder. Sehr lange bleiben wir lachend an der Person des Caliban hängen. Und Evchen feuert ihren ersten Merksatz auf uns ab: DER TEXT UND DIE AKTION FOLGEN DER EMOTION. Natürlich, Frau Regisseurin. Warum grinst die Pummin so blöd? Ach, sie wusste das schon! Eine Stund diskutieren wir die Frage ob wir die Person des Prospero so oder anders anlegen, ein bisserl verrückt oder wirklich ernst, getragen. Evchen droht mir, sie müsse bei näherer Betrachtung sehr sehr sehr lange mit mir an der Rolle arbeiten wenn ich nicht gehorche. Ich habe ja das Stück geschrieben und ich will das alles gaaaaaaanz anders. Aber jetzt ist mal sie an der Reihe. Jetzt bin ich “nur” Schauspieler und jetzt tu ich eben was sie sagt. Und weil ich Angst vor “sehr sehr sehr lange” habe, bin ich eben gleich PERFEKT. Zumindest empfinde ich das so. Und nachdem keiner etwas sagt, nehme ich an, dass ich recht habe. Oder warum schauen die beiden jetzt zu Boden? Gut. Um 2 sind wir fertig und alle verkühlt. Nachmittags gibts noch genug zu tun: Listen schreiben (Was brauchen wir? Was müssen wir bauen? Werden wir mit Film arbeiten – so wie Picco das will, aber Robby garnicht?) Skizzen machen, Zeichnungen von den Puppen anfertigen, telefonieren und schreiben. Text umschreiben. Und mit Mimi in San Francisco telefonieren. Und den Camillo besuchen. Der ist 4 und braucht hie und da auch mal seinen Großvater. Und der bin ich. Morgen besuche ich dann nach der Probe den Lio und die AnnaNelly. Die brauchen mich auch. Glaube ich. Wohlan, ihr Menschenkinder! Auf neue Taten am morg`gen Tage und wohl auch davor! Da wars wieder!

ThEATRO PICCOLO