01.04.2020 – Chirurgen überall!

Ganz plötzlich bin ich Chirurg! Wie geil ist das denn! Wie wichtig ich über Nacht geworden bin mit meiner OP-Maske. Dazu noch die Plastikhandschuhe. Abenteuer pur. Was wäre mein Vater – er war Arzt – stolz gewesen! Jetzt wären wirklich ALLE Söhne Ärzte. Und so betrete ich das HOFER-Krankenhaus ehrfurchtsvoll mit den Worten: Schwester, die Kluppen bitte. Aber keine(r) reagiert. Plötzlich sind sie alle Chirurgen. Mein Nachteil ist einzig die depperte Brille. Jedesmal ausatmen beschlägt sie sich. Oder ich sie. Wie machen das die echten Chirurgen? Schwerster, Brille abwischen? Ups, danebengeschnippselt! Ich versuche nach unten zu atmen. No Chance. Nur wenn ich mich schnell bewege, kühlt der Gegenwind das Glas ab und der Beschlag ist gleich weg. So renne ich rum ohne am iPhone noch den Einkaufszettel zu erkennen – den mir übrigens Mimi geschickt hat: was lese ich da? Was brauchen wir dringend (in BLOCKBUCHSTABEN)? 4 Schokoladentafeln? Schokopops? Brickerl? Staubzucker? Gummischnüre? Erdbeeren?

Rumo wurde mit Mimis Allergie angesteckt. Behauptet er. Kein Wunder, so wie die beiden die ganze Zeit aneinander picken. Bevor jetzt ein echter Chirurg schreibt: Ja, ich weiß, das kann nicht sein. Macht euch das mit Rumo aus.

Die Stadtkatze hat ein Eichkätzchen gesehen. Oben auf der Weide. Natürlich muss sie da rauf. Wir schreien, brüllen, befehlen, deuten, fuchteln mit den Händen. Hilft alles nichts. Wenn sie das Eichkätzchen erwischt, weiß ich wofür ich den Teich gereinigt habe. Mimi muss gleich weinen… Keine Spur von Gehorchen. Typisch Mimis Katze. Grüßt auch nicht! Aber außer, dass sie dort oben festsitzt und nicht mehr herunter kann, bleibt die Lage dann entspannt. Ist immer noch oben. Blödes Vieh! Meinem Leopold würde das nie einfallen. Klar, weil er zu bald ist fürs Kraxeln.

Das erinnert mich an eine Vorstellung in Wien in der Selzergasse. Da haben 100 Kinder und mein Team mit offenen Mündern (und leider auch Augen) an den Turnsaalfenstern stehend, verfolgt, wie eine Feuerwehreinheit im Schulhof eine Katze von einer 15 Meter hohen Eiche „gerettet“ hat. Die saß da oben, konnte nicht mehr runter. Unten Asphalt. Spielplatz eben. Erst sind die lang dort gestanden. Dann – weil es langweilig wurde – haben sie die Katze mit einer Teleskopstange (oder war es ein Wasserstrahl?) vom Baum heruntergeschossen. Ein Aufschrei im Turnsaal! Katze fällt – eher nicht auf die Pfoten. Rührt sich dann auch nicht, wird von der Feuerwehr entso… äh… weggetragen. „Lebt!“ hat noch einer gerufen. Die Kinder – und ich – träumen heute noch davon. Manchmal liebe ich diese Menschen. Wie mich 100 Kinder mit nassen, großen Augen angesehen haben und ich – ganz BK Kurz – sage: „Jetzt geht es ihr sehr gut!“

Leider ist mir nicht fad. Sind jetzt dabei, das ganze Monat Mai in den Oktober zu verlegen. Copy and…paste! 90 Vorstellungen dahin. März-Mai sind Geschichte. Arme Kinder. Armer Panikpipsolo. Keine Ringlotte. Kein Anananas. Kein lieber Onkel Robby.

Die Exfraufreundin schickt mir ein Bild eines positiven Schwangerschaftstests. Autsch! Meine ältere Tochter schickt mir ein Foto vom Ultraschall: Zwillinge. Eindeutig. Da soll man kein Panik Pips werden? Mein Kalender sagt: 1. April.

Mama kann Mails, Fotos, Safari, Teamviewer und Zoom am neuen Lap bedienen. Na, für den ersten Schnellsiedekurs via Telefon nicht so schlecht. Manchmal sagt sie sowas wie „…so ein Trottl… des geht ned!“ Ich kichere in mich hinein und sage: „Alles wird gut!“ und bin nicht sicher ob ich mir das glaube. So wie der Kurz eben. Ich mag nicht wenn sich der Kogler zusammenreisst und nach der Schrift redet. Lass es raus, Mann!

Ich schreib zuviel. Den gaaaaaaaaanzen Tag! Gottseidank leb ich hier nicht mit einer Frau zusammen. Wir würden uns den ganzen Tag nur lieben. Oh shit. Augen zu und durch! Eh nur noch 3 oder 4 Monate. Zip1: Nadja Bernhard lächelt mich an und sagt: „Gemeinsam schaffen wir das!“ Eh!

Ab in den Wald. Oder kochen. Oder Fernsehen. Oder eine Frau umarmen. Oder Fernsehen. Oder die Katzen suchen. Oder Fernsehen. Oder ein Familymeeting auf Zoom. Oder Fernsehen. Oder was. Oder schreiben. what wonder…