19.03.2020 – Superkräfte also!

Welche Superkraft möchtest du nicht haben? Das war der erste Satz, den ich heute früh von Tochter Mimi gehört habe. Und ich dachte erst, ich hätte mich verhört. Ich meine, sie ist ja keine 5 mehr. Also spricht sie nochmal mit mir, diesmal langsam – weil ich bin ja schon älter (und da höre ich auch schon den Roland wie er sagt: „I heeers ja ned“ aus Muttertag). Welche Superkraft möchtest du nicht haben? Also ganz ehrlich. Echt jetzt? Und ich habe nicht die geringste Idee. Was soll ich sagen? Superblöd mich ich nicht sein? Ein bisserl davon reichert schon. Oder Superglatzert? (Nein Sarah! Sag nix!) Oder Superimpotent? (Ruhe!). Natürlich weiht sie mich in ihre Ängste ein: „Ich möchte nie ein Supermagnet für Insekten sein.“ Als Vater muss ich sowas ernst nehmen. Sie lacht nämlich nicht dabei. Ich schon. Innerlich. Was hat sie nur geträumt? Armes Kind. Gerät scheinbar nach ihrer Mutter!

Ja, ihre Mutter Evita. Schreibt jetzt Gedichte, weil ihr fad ist. Hoffentlich muss ich die nicht korrigieren. Evita schickt heute also eine Erinnerung, das Kind möge die Antiallergika nehmen Und zwar 2×1 Tablette. Wenn es schon eingesetzt hat, dann 2×2. Mimi ist verwirrt. „4 Tabletten? Auf einmal? Wieso schreibt die so komisch. Da kann sie ja gleich nimm 4 schreiben…“ Ich: „Nein. Zwei. Aber zweimal.“ Sie: „…willst mich verarschen? Das sind ja auch 4!“ Ich denke dann: Wurscht! Sind ja keine Schlaftabletten.

Den Vormittag über wieder versucht die Welt zu retten. Ein Veranstalter & Freund in Deutschland, etwa in meinem Alter (er macht diese Afrikafestivals in D und Ö), meint, dass das alles lange nicht vorbei ist. Und dann meint er, „…wenn dat im Herbst wiedakommt, das Virus, Mann, das sach ich Dia, da könne wia zwei uns in unserem Alder gleich eintüten lassen!“ Er hat tatsächlich „eintüten“ gesagt. Diese Piefkes. Hach. Manchmal liebe ich sie.

Innocent aus Zimbabwe ruft an, er meint, bis jetzt hat es in Bulawayo noch niemand. Auf meine Frage räumt er aber dann ein, dass auch niemand teste.

Hey, kurze Hosen. Wie geil ist das denn! Gartenarbeit in kurzen Hosen. Woooow. Es kommt der Tag, morgen schon, das werde ich im Garten wieder den Arsch auspacken, in der Sonne liegen und sowas von pudelwohl werde ich mich fühlen.

Unser Projekt stockt. Rumo, Mimis Freund, hat Magenentzündung. Sarah, die ältere Tochter, warnt mich auch davor. Ob mir das nicht zu denken gibt, dass sie einen Marterpfahl bauen wollen. Jetzt wo sie es sagt… was ist bloß mit meinen Kindern los? Ben, mein ältester, ruft aus Linz an. Muss dort einen Schlüssel abgeben. Er sagt auf meine Bedenken hin, dass er eh nicht atme.

Und die Queen, meine Ex-Fraufreundin, ruft an und meint ich solle aufpassen – weil ich bin ja die Risikogruppe. Hallo? Was ist mit ihr? Ist sie schon krank? Sie sagt ich soll Yoga machen. Sie hat Dienstag und Donnerstag einen Onlinekurs. Leider hab ich Dienstag und Donnerstag Fernsehen. Mimi will Germanys next Top Model sehen. Fuck! Doch Yoga.

Robby braucht neue Liedtexte. Ich werde das Drehbuch und das neue Theaterstück also verschieben. Ich habe da schon eine Idee für tolle Kinderlieder. Ri ra rutsch, Virus ist bald futsch. Oder doch nicht. what wonder.